Schulkindergarten für Kinder mit einer geistigen Behinderung

Persönlichkeit und Fähigkeiten entwickeln

Der Schulkindergarten besteht in Biberach aus zwei Gruppen. In jeder Gruppe werden sechs bis acht Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren nach ihren individuellen Bedürfnissen gefördert.
Kinder mit einer geistigen Behinderung oder Kinder, die in ihrer gesamten persönlichen Entwicklung stark verzögert sind, können unseren Schulkindergarten ab dem dritten Lebensjahr bis zur Einschulung besuchen.
Die Kinder finden in kleinen Gruppen mit ausgebildetem Personal einen geeigneten Rahmen, in dem sie ihre Persönlichkeit und ihre Fähigkeiten entwickeln können.

Stammhaus in Biberach/ Rißegg

Der Schulkindergarten für Kinder mit einer geistigen Behinderung in Biberach besteht aus zwei Gruppen. In jeder Gruppe können bis zu sechs Kinder aufgenommen werden.

Außenstelle in Erolzheim

In der Kindertagesstätte Erolzheim ist für Kinder aus der Region Illertal  mit den Förderschwerpunkten „körperliche Entwicklung“ oder „geistige Entwicklung“ eine Schulkindergarten-Gruppe untergebracht. In einer gemeinsamen Außengruppe mit dem KBZO-Schulkindergarten „Mullewapp“ aus Biberach können hier bis zu acht Kinder gemeinsam spielen und lernen. In der 2015 neu errichteten Kindertagesstätte ist die enge Kooperation mit dem katholischen Kindergarten St. Martinus fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit.

 Träger

Unter der Trägerschaft des Landkreises Biberach bieten wir unseren Kindern an drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot mit Mittagessen an.

Öffnungszeiten/ Schließtage

Die Schließzeiten orientieren sich an den baden-württembergischen Schulferien und Brückentagen der Biberacher Schulen.

Die Öffnungszeiten in Biberach sind montags, dienstags und donnerstags von 8.30 bis 15.05 Uhr sowie mittwochs und freitags von 8.30 bis 12.35 Uhr.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet erstreckt sich fast über den gesamten Landkreis. Kinder aus dem Illertal besuchen die Außengruppe in Erolzheim. In der Riedlinger Region ist der Schulkindergarten St. Maria zuständig.

Kosten und Beförderung

Bei Aufnahme in den Schulkindergarten entstehen keine Kosten in Form eines Kindergartenbeitrags.

Die Kosten für das Mittagessen tragen die Eltern. Es wird über Mensamax bestellt und abgerechnet.

Die Kinder werden mit einer Sondertour mit Kleinbussen morgens gebracht und nach dem Kindergarten wieder nach Hause gefahren. Auch hierfür entstehen für die Eltern keine Kosten.

Personal

Die kommissarische Leitung hat seit September 2016 Frau Andrea Mühlbach inne.

Das Personal unseres Schulkindergartens setzt sich aus Fachlehrerinnen, SonderschullehrerInnen, einer Erzieherin, einer Kinderpflegerin und einer FSJ-Kraft zusammen.

Zielgruppe

Die Aufnahme in unseren Schulkindergarten ist für Kinder zwischen dem dritten Geburtstag bis zum Schuleintritt möglich. Unsere Einrichtung besuchen Kinder, die geistig behindert oder in ihrer gesamtpersönlichen Entwicklung deutlich beeinträchtig sind. Das Schulamt Biberach entscheidet nach Antragsstellung der Eltern über die Aufnahme. Grundlage hierfür ist eine pädagogische Stellungnahme, die über den sonderpädagogischen Förderbedarf Auskunft gibt. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie im Kapitel “Der Weg zu uns”.

Interessierte Eltern können sich gerne mit uns in Verbindung setzen, um einen Informationstermin zu vereinbaren.

Ist die Aufnahme in den Schulkindergarten gewünscht, muss beim Schulamt ein schriftlicher Antrag auf Aufnahme gestellt werden.

Das Formular „Antrag zur Aufnahme in den Schulkindergarten“ erhalten Sie auf der Homepage des Staatlichen Schulamts:
http://schulamt-biberach.de/,Lde/Startseite/Formulare/Formulare+_+Service

Ein Sonderschullehrer stellt nach Antragseingang den „sonderpädagogische Förderbedarf“ fest und dokumentiert diesen in einem sonderpädagogischen Bericht. Dies geschieht auf der Grundlage von Arzt- und/oder Therapieberichten, einem ausführlichen Gespräch mit den Eltern und einer oder mehreren Spielbeobachtung(en) des Kindes.

Auf der Grundlage des sonderpädagogischen Berichts entscheidet das Staatliche Schulamt Biberach über die Aufnahme.

Einen Rechtsanspruch auf einen Platz im Schulkindergarten gibt es nicht.

Das Einzugsgebiet umfasst den ganzen Landkreis Biberach. Ausnahme ist die Region Riedlingen, für die der Schulkindergarten St. Maria zuständig ist.

Grundgedanke und Förderung

Uns ist es ein wichtiges Anliegen, die Kinder zu einer größtmöglichen Selbstständigkeit und zu einem hohen Maß an Selbstbestimmung hin zu begleiten und so die Persönlichkeit des Kindes zu stärken.

Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist der Orientierungsplan mit seinen verschiedenen Bildungs- und Entwicklungsfeldern: Körper,  Sinne, Sprache, Denken, Gefühl und Mitgefühl, Werte, Religion.

Die vielfältigen Bildungsangebote finden in Einzelsituationen, in der Klein- und Gesamtgruppe statt und orientieren sich immer am Entwicklungsstand, den Bedürfnissen, Anliegen und Interessen der Kinder. Wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist die Erstellung eines individuellen Förderplans für jedes Kind. Unter Berücksichtigung vielfältiger Beobachtungen, anhand von gemeinsamen Fallbesprechungen und im Austausch mit den Eltern werden das Jahr über mehrere Förderpläne für das Kind erstellt. Durch konkrete Zielformulierungen und geeignete Umsetzungsmöglichkeiten können die nächsten Entwicklungsschritte des Kindes effektiv gestaltet und individuell begleitet werden.

Zusammenarbeit mit Eltern

Eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft und intensive Elternarbeit sind wichtige Grundpfeiler für eine gelingende Bildungsarbeit in unserer Einrichtung.

Entwicklungsgespräche, wöchentliche Dokumentationen unseres Kindergartenalltags, verschiedene Feste und Feiern, Elternbriefe, Telefonate und regelmäßige Elternabende schaffen die notwendige Transparenz unserer Arbeit. Wir beraten Eltern, geben Hilfestellung in allen Belangen und stellen Kontakte zu verschiedenen Ämtern oder Kooperationspartnern her.

Kooperationspartner und Vernetzung

Durch die unterschiedlichen Aufgaben, die auf die Familien mit einem Kind mit Behinderung zukommen, ist die Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen unerlässlich. Es ist uns wichtig, die Eltern bei Bedarf in der häuslichen Erziehung zu unterstützen. Hieraus ergibt sich auch die Zusammenarbeit mit den Einrichtungen, die die Familien bereits begleiten. Für unsere Arbeit mit den Kindern ist dieser fachliche Austausch grundlegend, um alle Facetten des Kindes zu berücksichtigen.

Unsere Kooperationspartner sind

  • Therapeuten (Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden)
  • Schwarzbach- und andere Schulen
  • Kinderärzte
  • Sozialpädiatrische Zentren (SPZ)
  • Frühförderstellen
  • Jugendamt
  • Kindertageseinrichtungen

 

Tagesablauf

Der Tagesablauf bietet den Kindern einen sicheren Rahmen und eine individuelle Orientierungs- und Strukturierungshilfe.

 

Der Tagesablauf gestaltet sich wie folgt:

  • Ankommen in der Stammgruppe

Es ist uns sehr wichtig, dass die Kinder ruhig und positiv im Raum ankommen können. Die persönliche Begrüßung in gewohnter Umgebung bedeutet ein „Wahrgenommenwerden“ für das Kind, was die Bindung zueinander stärkt und dem Kind die nötige Sicherheit für den Alltag vermittelt.

  • Morgenkreis

Im Morgenkreis werden je nach Thema und Jahreszeit passende Lieder, Sprech- und Reimverse, bewusstes Hören und Kreisspiele gemeinsam  gesprochen, gesungen und gespielt. So verfeinern die Kinder ihr Verständnis für die Struktur von Sprache durch rhythmische und musikalische Impulse und erweitern ihren Wortschatz.

  • Gemeinsame Mahlzeiten

Diese sind uns wichtig. Hierzu gehören routinierte Abläufe wie Tischsprüche und Unterstützung von lebenspraktischen Bereichen wie Tischdecken, Einschenken und Essen schöpfen.

Diese gemeinsam gelebte Esskultur soll den Kindern einen sicheren und souveränen Umgang mit Esssituationen ermöglichen.

  • Freispielzeit 

Innerhalb dieser Zeit haben die Kinder eine freie Wahl von Ort, Partner, Material und Verweildauer. So ermöglichen wir ihnen ein selbstbestimmtes Handeln und Lernen.

  • Ruhen / Mittagsschlaf für jüngere Kinder bzw. Pausenbetreuung für ältere Kinder

Der Wechsel von Ruhe- und aktiven Phasen ist notwendig zur Reizverarbeitung. So können die Kinder abschalten und wieder auftanken.

  • Verabschiedung / Abschiedsrituale

Im Wochenverlauf sind verschiedene Bildungsangebote fest eingeplant:

  • Kreatives Gestalten
  • Gezielte Bildungs-, Wahrnehmungs- und Entwicklungsangebote in Einzelfördersituation und/oder Kleinstgruppen
  • Kochen/Backen/Übungen des täglichen Lebens
  • Psychomotorik und weitere vielfältige Bewegungs- und Entspannungsangebote
  • elementare musikalische Früherziehung
  • Spaziergänge, Exkursionen und Ausflüge
  • Gemeinsame Feste und Feiern

Häufig haben Kinder mit einer Entwicklungsverzögerung oder geistigen Behinderung auch Schwierigkeiten beim Spracherwerb und der Lautsprache.

Unterstützte Kommunikation (UK) stellt daher in unserem Tagesablauf und in der individuellen Förderung eine wichtige Grundlage unserer pädagogischen Arbeit dar.

Mit Unterstützter Kommunikation sind alle Kommunikationsformen gemeint, die die fehlende Lautsprache ergänzen oder ersetzen.

Besonders mithilfe von Gegenständen, Fotos, Bildern und Piktogrammen schaffen wir Struktur in Tagesablauf, Morgenkreis und weiteren individuellen Fördersituationen.

Auch der Einsatz von lautsprachbegleitenden und lautsprachunterstützenden Gebärden ist fester Bestandteil unseres Handelns. Wir verwenden Gebärden aus der Gebärdensammlung „Schau doch meine Hände an“ (SdmHa).

Grundriss Erdgeschoss


Grundriss Obergeschoss

Unsere Schließzeiten orientieren sich an den baden-württembergischen Schulferien und Brückentagen der Biberacher Schulen.

Ferienplan Biberacher Schulen

1968 Gründung der Schule für geistig behinderte Kinder und des Schulkindergartens in Ringschnait

1970 Umzug in das neue Schulgebäude in Biberach. Hier ist der Schulkindergarten in einem Seitenflügel gemeinsam mit der Frühförderung untergebracht.

2001 Umzug des Schulkindergartens in das Montessori Kinderhaus in Biberach. Die beiden Gruppen sind im Obergeschoss untergebracht.

2009 Nach einem Brand im Montessori Kinderhaus kehrt der Schulkindergarten an die Schwarzbachschule zurück. Hier sind die Kinder in zwei ehemaligen Werkräumen untergebracht, ein Büro und ein Differenzierungsraum stehen ebenfalls zur Verfügung.

2001 bis 2012 In diesen Jahren gibt es in Kooperation mit dem KBZO eine Außengruppe in Erolzheim. Untergebracht ist sie im katholischen Kindergarten.

2015/2016 Die Außengruppe befindet sich nun im Neubau des katholischen Kindergartens Erolzheim.

Februar 2018 Umzug nach Rißegg in einen Neubau. Gemeinsam mit den Kindern und Mitarbeiterinnen der katholischen Kindertageseinrichtung St. Gallus werden wir im „Kinderhaus Rißegg“ spielen, lachen, lernen, werken und singen. Wir freuen uns!

Veranstaltungen

Nikolaus

6. Dezember 2018

Schulkindergarten für Kinder mit geistiger Behinderung
Dirk-Raudies-Weg 6
88400 Biberach/Rißegg

Andrea Mühlbach
Leitung:
Andrea Mühlbach
T. 07351 34002-20
F. 07351 34002-10
schulkiga@kinderhaus-
rissegg.de

Öffnungszeiten

Mo, Di und Do von 8.30 bis 15.05 Uhr
Mi und Fr von 8.30 bis 12.35 Uhr