Beitrag

Kinderschutz

Kinderschutz – Kinderrechte und ein Beschwerdemanagement für Kinder

sind in unserer pädagogischen Arbeit wichtige Pfeiler.

In den letzten Wochen entwickelten wir für die Kindertageseinrichtung St. Gallus ein Beschwerdemanagement für Kinder, welches nun in einem Zeitraum von sechs Wochen implementiert wird. Dieser Prozess bereichert und erweitert unser Qualitätsmanagement und soll der Schlüssel für mehr Zufriedenheit und Ausgeglichenheit bei den Kindern sein.

Die Kinder lernen im ersten Schritt unseres Implementierungsplanes ihre Gefühle kennen.

„Was sind Gefühle?“ „Kann ich meine Gefühle äußern? Und wie?“ „Mit welchem Piktogramm wird welches Gefühl ausgedrückt?“

Hierzu stellten wir Eglifiguren, welche verschiedenen Gefühle zeigten und kamen mit den Kindern ins Gespräch. Auch mithilfe von Büchern wie „In mir drin ist´s bunt“ und  „Heute bin ich“ ist die Einführung in dieses Thema sehr gut geglückt.

In der vergangenen Woche begleiteten wir die Kinder, sich Gedanken über ihre Mitmenschen zu machen. Ihre Freunde und deren Gefühle zu beobachten und zu erkennen – wie geht es dem Anderen gerade?

Dies hört sich oft einfacher an, als es ist.

Gespräche, unterstützt von Bilderbüchern wie „Ole unsichtbar“ oder „Punktinello“, Wahrnehmungsspiele und Angebote im Kreativbereich waren die gewählte Methodik für die Erarbeitung dieses Themenbereiches.

Die nächste Einheit trägt den Titel „ Das Zusammenleben mit Mitmenschen“. Hier werden wir uns mit den Kommunikationsregeln vertraut machen. Mit dem STOP-Zeichen, sei es verbal oder nonverbal, sowie mit dem Thema Akzeptanz und Wertschätzung des Mitmenschen.

Diesem Thema ist unserer Meinung nach in dieser Zeit eine große Gewichtung zuzuschreiben.

Im Anschluss und gleichzeitig zum Abschluss der Implementierung des Beschwerdemanagement für Kinder führen wir schrittweise

den Beschwerdebogen der Kinder ein und veranschaulichen den Kindern den Beschwerdevorgang. Hierbei ist es uns wichtig, dass Kinder den Unterschied von Beschwerden kennenlernen. Wir werden die Kinder sensibel in diesem Bereich begleiten. Der von uns selbst entworfene Beschwerde – und Anregungsbogen für Kinder gibt hierfür eine gute Struktur vor. Das Kind hat die Möglichkeit im ersten Schritt seine eigene Gefühlslage zu dem Thema mitzuteilen, indem es das passende Piktogramm farblich markiert. Im Weiteren macht sich das Kind Gedanken, an wen die Beschwerde/Anregung oder der Wunsch gehen soll. Hierzu stehen wieder verschiedene Piktogramme zur Auswahl bzw. auch einen Platz für eine eigene Zeichnung.

Nun hat das Kind die Wahl, seine Beschwerde/Anregung oder seinen Wunsch in Form einer Zeichnung oder in schriftlicher Form mit Unterstützung einer pädagogischen Fachkraft mitzuteilen und festzuschreiben. Im letzten Teil des Bogens werden mit dem Kind der weitere Beschwerdeweg, sowie die Rückmeldefrist an das Kind festgelegt. Das Kind hängt sein Anliegen an der Beschwerdetafel auch dann erst wieder ab, wenn die Beschwerde oder das Anliegen zu seiner Zufriedenheit erledigt ist.

Da nun die dritte Schließung der Einrichtung zwischen die Implementierung kam, haben wir unseren Plan angepasst. Die Kinder, welche nicht zur Notbetreuung in die Einrichtung kommen, erhalten wöchentlich zusammen mit dem Bildungspäckchen eine Aufgabe zum Thema „Gefühle, Beschwerden und Wünsche“ mit nach Hause. Im ersten Bildungspäckchen, welches am Freitag erscheint, sind die Gefühlspiktogramme, welche die Kinder bereits in der Einrichtung vor der Schließung kennen gelernt haben für zu Hause, um es dort auch umzusetzen. Sowie ein Portfolioblatt, auf welchem das Kind seine Erfahrungen mit den Piktogrammen festhält. Was die Kinder im Bildungspäckchen in der nächsten Woche zum Thema finden, verrate ich jetzt noch nicht.

Wir sind uns aber sicher, dass uns die Implementierung auch so gelingen kann. Vielleicht sogar noch besser, da die Familien gleich involviert werden.

Wir freuen uns aber jetzt schon wieder auf Euer Kommen! Ebenso auf die Herausforderungen die ihr mit euren Wünschen und Anregungen mitbringt. „Wir werden uns dann wieder gemeinsam auf den Weg machen“, denn nur wer sich bewegt, bleibt nicht stehen!